Geheimtipp Gasteinertal – Teil 2

Bad Gastein, das ehemalige „Monte Carlo der Alpen“, war zu k.u.k.-Zeiten ein weltbekannter Kurort und beherbergte viele berühmte Persönlichkeiten. Heute ist nur noch ein Teil seiner alten Gebäude erhalten und es entwickelt sich langsam eine jüngere Kultur.

Ich komme an einem dieser alten Gebäude vorbei. Es ist das „Haus Austria“, in dessen Fenstern eine Bildergalerie von der „Sommerfrische“ bekannter Persönlichkeiten aus längst vergangenen Zeiten in Bad Gastein erzählt. Ich sehe mir den berühmten Gasteiner Wasserfall an und spaziere dann durch den Ort. Im Merangarten höre ich Musik und fröhliche Menschenstimmen;  der Jazz-Sommer ist eröffnet. Im Ortskern laden kleine Restaurants, Pubs, Bars und ein Klub zum Feiern ein, doch es sind hauptsächlich die skandinavischen Gäste, die an diesem Abend die Einladung annehmen. Morgen werde ich mir die avantgardistischen Kunstwerke des Kunstfestivals „sommer.frische.kunst.“ genauer ansehen.

Am nächsten Morgen fahre ich mit der neuen 8er-Gondel auf den Stubnerkogel. Auf dem Gipfel des pyramidenähnlichen Bergs genieße ich die Aussicht vom „Glocknerblick“ und wandere über den Felsenweg zu einem zweiten Aussichtspunkt. Bei schönem Wetter kann man bis zu 100 Kilometer weit sehen und sogar die Dolomiten erkennen. Als Nächstes wage mich über die 140 Meter lange Hängebrücke, die ganzjährig auf 2.300 Metern begehbar ist. Unter mir geht es 28 Meter in die Tiefe.

Wieder im Tal angekommen, führt mich mein Weg weiter ins idyllische Kötschachtal, und ich wandere vom Hoteldorf „Grüner Baum“ bis in die Prossau. Der Forstweg schlängelt sich auf dem schmalen Talboden durch eine Almlandschaft und mir kommt eine Pferdekutsche mit Touristen entgegen. Dann geht rechts über eine Brücke der Wanderweg zum Reedsee weg. Der anspruchsvollere Wanderweg führt auf den Graukogel, der von der anderen Seite mit einem Zweier-Sessellift erschlossen ist. Die Attraktion am Graukogel ist der wunderschön gestaltete Zirbenweg mit vielen Entspannungsoasen.

Am Tag darauf ist mir ist nach Erholung. Doch statt in die gemütliche Felsentherme zieht es mich in den einzigartigen Heilstollen in Böckstein. Die radonhaltige Luft in dem fast zwei Kilometer langen Stollen soll bei Erkrankungen des Bewegungsapparats, der Atemwege und der Haut helfen und auch eine vorbeugende Wirkung haben. Auf meinem Weg dorthin komme ich an der wunderschönen kleinen Böcksteiner Kirche und dem Montanmuseum Altböckstein vorbei. Eineinhalb Stunden später sitze ich in einen Bademantel gekleidet in einem kleinen Zug, der mich auf meiner Schnupperfahrt zur ersten Kammer im Heilstollen bringt. Die Luft hat fast 70% Luftfeuchtigkeit, tiefer im Berg sogar 90%. Gut, dass wir bald bei unseren Liegen im Stollen ankommen.

Wie neugeboren starte ich in meine letzte Etappe und fahre der Mautstraße entlang nach Sportgastein, einem Hochplateau auf 1.600 Metern Höhe. Dort schlängelt sich ein kleiner Bach durch die Almlandschaft, in der mehrere kleine Almhütten stehen. Ich spaziere durch die Graslandschaft. Von Sportgastein aus kann man größere Wanderungen unternehmen, z.B. aufs Schareck oder entlang dem alten Römerweg Richtung Süden. Doch das ist mir heute zu viel. Ich kehre in einer der Almhütten ein, stärke mich mit einer Jause aus selbstgemachtem Almkäse und stoße mit einem selbstgebrannten Vogelbeerschnaps auf das Ende meines Kurzurlaubs an.