Geheimtipp Gasteinertal – Teil 1

Gastein im Sommer. Ich fahre durch den Klammtunnel und bin schon gespannt, was mich am anderen Ende erwartet. Die Fahrt von Salzburg hat nur etwas mehr als eine Stunde gedauert, und schon bin ich in einem der vielen Bergtäler. Einem, das im Pongau liegt und im Süden an den Nationalpark Hohe Tauern und Kärnten grenzt.

Der Tunnel ist zu Ende, ich fahre rechts in die Kurve und sehe einen Wegweiser, der Fußgänger Richtung „Entrische Kirche“ schickt, einer Schauhöhle mit wunderschönen Tropfsteine und Sinterbildungen. Als nächstes fahre ich durch einen Felsen, auf dem über mir eine kleine Burg ragt. Es ist das frühere Sicherungs- und Verwaltungszentrum von Gastein, die Burg Klammstein, die heute als Museum fungiert und auf der Ritteressen veranstaltet werden.

Entlang der Eisenbahnstrecke geht es weiter nach Dorfgastein. Schon von Weitem sehe ich die Liftanlage, die Wanderer auf den Gipfel Fulseck bringt. Bei Dämmerung und im Winter werden die Stützen in einem warmen Goldton beleuchetet. Dorfgastein ist ein malerisches Dorf, eingebetet zwischen bewaldeten Hängen, Bergen und Wiesen. Sein ländlicher Charakter wird jedes Jahr am ersten Augustwochenende mit dem großen Dorffest gefeiert, das Besucher von Nah und Fern anlockt. Der große Umzug am Sonntagvormittag mit geschmückten Wägen und ausgerückten Vereinen ist ein Highlight, ebenso das Konzert der „Trachtenmusikkapelle Strochner“.

Ich biege auf den Liftparkplatz ein, ziehe meine Bergschuhe an, packe meinen Rucksack und fahre mit der Sechsergondel zum Fulseck hinauf. Von oben hat man ein wunderschönes Rundumpanorama. Ich sehe den Dachstein und das Großarltal im Osten, die Tauern und den Sonnblick im Süden, das Wiesbachhorn, den Großglockner und den Bernkogel im Westen. Im Norden schlängelt sich der Gratwanderweg zum „Hausberg“ Schuhflicker und weiter zu den Paarseen. Ich entscheide mich aber für den Weg zum Spiegelsee und drehe eine kurze Runde über den Barfußweg. Über mir sehe ich ein paar Paragleiter kreisen, die dank der idealen Thermik immer höher steigen. Das nächste Mal werde ich auch einen Tandemflug wagen.

Den nächsten Stopp lege ich acht Kilometer weiter in Bad Hofgastein ein. Der Kur- und Kongressort lebt schon lange vom radonhaltigen Thermalwasser, und besonders die Alpentherme mit ihrer großen Saunalandschaft profitiert davon. In der Marktgemeinde bummle ich gemütlich durch das Zentrum mit seinen kleinen, feinen Geschäften und lausche in der überdachten Alpenarena einem Freiluftkonzert des Kurorchesters. Gegenüber sehe ich die Schlossalm mit ihrer Standseilbahn. Sie führt in ein weiteres Wandergebiet mit einem Übungsklettersteig bei der Bergstation. Wer Kinder mit hat, kann sich und ihnen eine Abfahrt ins Tal mit Monsterrollern oder Mountaincarts gönnen.

Ich folge der Gasteiner Ache, vorbei am Weitmoser Schlössl und der Abzweigung ins Angertal. Ich überlege, mir den Bogen-Parcour oder die Knappenwelt, die vom früheren Gold- und Silberabbau erzählt, anzusehen, doch die Zeit drängt. Weiter geht es am Golfplatz vorbei nach Bad Bruck, wo das bekannte Gasteiner Mineralwasser abgefüllt wird. Über mir sehe ich die Silhouette vom Graukogel, dessen schneebedeckte Spitze in der Abendsonne leuchtet. Über die steile alte Straße geht es hinauf nach Bad Gastein.